Nachbericht zum carecamp demenz 2017

In der sonnigen und großzügigen Location TriBühne Lehen in Salzburg fand am 02. und 03. Oktober 2017 das nächste carecamp demenz statt.
Rund 100 Teilnehmerinnen –  Experten unterschiedlichster Richtungen, am Thema Demenz interessierte Menschen, betreuende/ pflegende Angehörige und  von Demenz Betroffene – folgten der Einladung von Stadt Salzburg und ARGE Carecamp.


Das carecamp demenz ist eine open-space-artige Fachtagung von ARGE Carecamp (Sonja Schiff und Dorothee Glöckle) und der Stadt Salzburg, die im Rahmen des Projektes „Demenzfreundliche Stadt Salzburg“ (Ressort Soziales/ Bgm-Stv. Mag. Anja Hagenauer) stattfindet.

Ziel des carecamp demenz ist es interessierten Menschen Raum zu geben das Thema Demenz auf vielen verschiedenen Ebenen zu diskutieren und miteinander, sowie voneinander zu lernen. Neben Impulsreferaten sind am carecamp demenz daher auch die Teilnehmerinnen selbst aufgerufen sich mit Session einzubringen.

Die Impulsreferate:

MMag. Simon Krutter und Roland Eßl-Maurer, MScN von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität haben erste, noch unveröffentlichte, Ergebnisse der Studie „Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz in Salzburg (PAiS)“ vorgestellt. Herausgearbeitet wurde die Belastungssituation Pflegender Angehöriger von Menschen mit Demenz und deren Wahrnehmung durch die Betroffenen Angehörigen selbst, durch ambulanten Pflegepersonen und Hausärzten.

Raphael Schönborn, MA hat mit seinem Referat „“Was heißt hier demenzsensibel?“ ein Plädoyer gehalten für eine Involvierung und verbesserte Wahrnehmung der Betroffenen. Er brachte berührende Zitate aus seiner Masterthesis, die darstellten wie Menschen mit Demenz sich selbst und die Demenz beschreiben. Hier die Präsentation als Download: Was heißt hier demenzsensibel_2.10.17

Die Historikerin Mag.a Dr.in Sabine Veits-Falk und die Psychologin Mag.a Dr.in Kimbie Humer-Vogl, beide Mitarbeiterinnen der Stadt Salzburg, gingen der Kindheit in den 30er und 40er Jahren in Salzburg nach und der Frage, welche Bedeutung diese Kindheitserfahrungen für Menschen mit Demenz haben können. Dabei zeichnete Frau Veits-Falk eindrücklich die Kindheit dieser Generation nach, deren Prägungen, deren Alltagserfahrungen, deren Traumata und Frau Humer-Vogl stellte an berührenden Fallbeispielen aus ihrer Praxis als Psychologin in einem Seniorenheim dar, wie Traumatisierungen von damals heute im Seniorenheim und in der Demenz ihre Wirkung zeigen.

Als die Tagung abschließende Impulsreferentin entführte Mag.a Dr.in  Ulla Kriebernegg in die Welt der Literatur und des Films. Sie führte aus wie in Literatur und Film Alter, Pflegebedürftigkeit und Demenz dargestellt werden und wie diese Darstellungen auf das individuelle und gesellschaftliche Bild von Alter und Demenz wirken.

Die Sessions

Von den TeilnehmerInnen wurden insgesamt 12 Sessions durchgeführt. Wie schon bei den letzten carecamps erwiesen sich auch heuer wieder die Sessions der Teilnehmerinnen als das Herzstück des carecamp demenz.

Hier die Sessionleiter und Ihre Sessions:

Monika Puck: Das Projekt „TrotzDEM gemeinsam“- Demenz für Kinder verstehbar machen.
Manfred Fischer: Gefühle werden nicht dement! – Pflege kann gelingen und auch mich stärken. Neue Erkenntnisse aus der Demenzforschung.
Rosemarie Bleil: Klangschalen in der Pflege- Demenz- und Palliativbegleitung.
Michaela Poschacher & Team: AlltagsbegleiterInnen: HeldInnen des Alltags
Werner Bernreiter: Das Grafenwörther Modell – ein Rollator für Menschen mit Demenz
Maria Hoppe: Sich im Alltag helfen lernen mit Validation.
Elisabeth Hahn: Mehr Pflegegeld für Menschen mit Demenz!
David Röthler: Online-Meetings zur Information und Vernetzung pflegender Angehöriger
Tamara Duquene & Leslie Gauran: Professionelle Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz-Bewohnerorientierung als elementare Grundhaltung
Daniela Leitner: Herausforderndes Verhalten als Ausdruck unbefriedigter Bedürfnisse.
Ernst Karosser: Koffer zur Alltagshilfe u.a. Demenz, Sehen und fühlen geht nicht über Google.
Anja Hagenauer: Projekt Demenzfreundliche Stadt Salzburg – Wo stehen wir? Wie geht es weiter?

Insgesamt wurden 4 Sessionrunden a 3 Session angeboten, jede Session dauerte dabei 60 Minuten. Auf diese Weise war in den Workshops ausreichend Zeit für Diskussionen und Austausch unter den TeilnehmerInnen.

Nicht zu kurz kam auch das leibliche Wohl. Das Catering wurde übernommen vom Seniorenwohnhaus Itzling der Stadt Salzburg und es schmeckte famos! Ein Büchertisch der alteingesessenen Buchhandlung Sorger lud ein zum Schmöckern.

Stimmen der TeilnehmerInnen – Rückmeldungen

Schon während des carecamp demenz bekamen wir viele direkte Rückmeldungen von den TeilnehmerInnen, sie reichten von „einfach super“ und „tolle Organisation“ über „hat sich wieder voll ausgezahlt zu kommen“ bis „wir freuen uns auf ein nächstes Mal“.

Auch per Mail bekamen wir Rückmeldungen per Mail, hier stellvertretend drei Stimmen:

„Uns hat das carecamp demenz super gefallen. Leider konnten wir nur am ersten Tag dabei sein, jedoch haben sich allein schon die Vorträge am Montag bezahlt gemacht. Nächstes Jahr werden wir auf alle Fälle wieder – dann gesund und fit – dabei sein und sind schon sehr auf die Vorträge und dann auch Sessions gespannt!
Herzliche Grüße, Susanne Pichler und Stella Vlad von Salzburg 24h Pflege OG“

„Liebe Veranstalter, für mich war das carecamp demenz 17 eine wunderbare Gelegenheit mich auszutauschen, bzw. die verschiedenen Herangehensweisen, Möglichkeiten und auch Grenzen bzgl. des Themas zu diskutieren. Eine wirklich gelungene Veranstaltung in freundschaftlicher und „gleichberechtigter“  Atmosphäre, die es möglich macht, auch unterschiedliche Standpunkte anzusprechen und zu reflektieren! Besser geht´s fast nicht. Ein riesiges DANKESCHÖN an Euch von Michaela Hajszan“

„Liebes Orga-Team, vielen Dank, es war (wieder einmal) toll und lehrreich! Ich finde immer wieder die unterschiedlichen Perspektiven durch die bunt durch-mischten TeilnehmerInnen super. Auch die Angehörigen-Perspektive dazu, das rundet es toll ab! Freue mich schon auf nächstes Jahr.“ Karin Eder, BSc MSc Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege“

An dieser Stelle unser Dank auch an Karin Eder für ihren netten carecamp-Nachbericht auf der Plattform Pflege Professionell. Wir haben uns sehr gefreut!

Unsere Sponsoren

Großer Dank gilt den Sponsoren und Förderern ohne die das carecamp demenz in dieser niederschwelligen Form (nur 20 Euro Eintritt), nicht möglich wäre.

Wir danken daher nachfolgenden Sponsoren für die großzügige Unterstützung des carecamp demenz 2017.

Rosemarie Bleil

Abschließend freuen wir uns bekannt geben zu dürfen, dass es auch 2018 ein carecamp demenz geben wird. Bitte den Termin gleich vormerken, es ist der 01. und 02. Oktober 2018, wieder in Salzburg.

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