Archiv für Impulsreferenten 2017

Impulsreferat der PMU

Zum wiederholten Mal hat die PMU/ Paracelsus Medizinische Privatuniversität in der Vergangenheit das carecamp unterstützt.

Wir freuen uns daher darüber, dass die PMU am carecamp Demenz 2017 mit einem Impulsreferat vertreten ist und Ergebnisse aus der Studie PAiS vorstellen wird.

Der Titel des Referates:

Perspektiven und Grenzen in der Pflege eines Angehörigen mit Demenz.

In der Betreuung eines Menschen mit Demenz treffen nicht nur unterschiedliche Akteure aufeinander, sondern auch deren unterschiedliche Perspektiven auf die Versorgungssituation. Neben der Perspektive der Menschen mit Demenz und deren pflegender Angehöriger sind hierbei auch die Perspektiven der professionellen Versorger von zentraler Bedeutung. Ergänzen und bereichern sich diese Perspektiven, so trägt das zu einem besseren Gelingen der Versorgungsituation bei. Insbesondere dann, wenn die Betreuung eines Menschen mit Demenz aufgrund hoher Belastungen und einer Zunahme kritischer Ereignisse zu scheitern droht, können die verschiedenen Perspektiven als wichtige Ressource angesehen werden. In der Zusammenschau der verschiedenen Perspektiven können die Grenzen in der Pflege eines an Demenz erkrankten Angehörigen eher erkannt, und gefährlichen Verläufen dadurch auch früher vorgebeugt werden.

Vor diesem Hintergrund werden im Referat erste ausgewählte Ergebnisse aus dem laufenden Forschungsprojektes PAiS präsentiert, das die häuslich ambulante Versorgungssituation von Menschen mit Demenz und deren pflegender Angehöriger im ländlichen Raum Salzburgs untersucht. Aus der Perspektive der im Projekt befragten pflegenden Angehörigen, der ambulant Pflegenden sowie der HausärztInnen wird erörtert, woran die Grenzen der Angehörigenpflege jeweils festgemacht werden und daran anknüpfend, wie diese Grenzen von den pflegenden Angehörigen erlebt werden.

Das Forschungsprojekt PAiS (Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz in Salzburg) wird in Kooperation des Instituts für Pflegewissenschaft und -praxis und des Instituts für Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin der Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg durchgeführt. Kontakt und weitere Informationen unter: www.pais-studie.at

Die beiden Referenten:

MMag. Simon Krutter
Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Studium der Pflegewissenschaft und Soziologie an der Universität Wien, Student des Doktoratsstudiums zum Ph.D. in Nursing & Allied Health Sciences in Salzburg. Seit 2012 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrender am Institut für Pflegewissenschaft und -praxis an der PMU in Salzburg. Projektkoordinator im Forschungsprojekt PAiS. In seinem Doktorratsstudium beschäftigt sich Simon Krutter mit den Grenzen der Angehörigenpflege von Menschen mit Demenz und dem familialen Erleben der Phase der Institutionalisierung.

Roland Eßl-Maurer, MScN
Diplomierter psychiatrischer Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegewissenschaftler
Seit 19 Jahren im akutpsychiatrischen stationären Bereich tätig, seit 7 Jahren Stationsleitung auf der Station für Krisenintervention und Suizidprävention, Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie – CDK und seit 1 Jahr als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt PAiS an der PMU tätig.

Impulsreferat von Raphael Schönborn

Ein Carecamper der ersten Stunde, Raphael Schönborn, steht uns am carecamp demenz 2017 als Impulsreferent zur Verfügung. Wir freuen uns sehr darüber!

Der Titel seines Referates:

Was heißt hier demenzsensibel?

Die Ansprüche im Demenzbereich steigen. Ein „Gut[es] Leben mit Demenz“ (Juraszovich et al. 2015) wurde von der Politik als nationale Strategie auserkoren. Die Gesellschaft soll „demenzsensibel“ werden und die Maßnahmen dafür „bedarfsgerecht“ sein. Nur wer kann bestimmen, was es heißt „demenzsensibel“ zu sein?
Bislang wird in Österreich beinahe ausschließlich aus der Außenperspektive (ExpertInnen, An-/Zugehörige) (fremd)bestimmt, was Demenz bedeutet. Direkt Betroffene können demgegenüber kaum (selbst)bestimmen, wie sie eine Demenz definiert wissen wollen, geschweige denn werden sie miteinbezogen, wenn es um relevante Entscheidungen zu ihrer Personengruppe geht. Es fehlt an Wissen, wie unmittelbar Betroffene ihr Leben trotz einer dementiellen Beeinträchtigung bewältigen und wie sie dabei unterstützt werden wollen. Der Weg zu einer wirklich „demenzsensiblen“ Gesellschaft führt deshalb nur über die Beteiligung der direkt an Demenz Betroffenen, da nur diese selbst bestimmen können, was „demenzgerecht“ sein kann.

Raphael Schönborn ist MA Sozialwirtschaft und Soziale Arbeit, BA Erziehungs- und Bildungswissenschaften, DPGKP und ist Absolvent der Sonderausbildung für Lehraufgaben § 65b GuKG. Er befasst sich seit vielen Jahren als selbstständig Tätiger (raphael-schoenborn.at) mit dem Themenfeld Demenz auf praktischer und theoretischer Ebene, begleitet und berät Gruppen, Familien und Einzelpersonen, ist im Bildungs- und Projektentwicklungsbereich tätig und hat sich in seiner Masterarbeit mit dem Erleben und den Bewältigungsstrategien von Menschen mit dementiellen Beeinträchtigung im Rahmen der qualitativen, partizipativen Forschung auseinandergesetzt.

Die Masterthesis vom Raphael Schönborn kann HIER kostenfrei abgerufen werden.