Tag Archiv für SOG Theater

Theatraler Abschluß mit Susanne Mitterhuber/ SOG Theater

Wir freuen uns darüber, für das carecamp demenz 2018 Mag.a Susanne Mitterhuber vom SOG Theater gefunden zu haben, die heuer für einen spannenden Abschluss der Veranstaltung sorgen wird.

Susanne Mitterhuber ist Theaterpädagogin, Clownin und Trainerin und seit 2009 für die Konzeption und Umsetzung von Theaterprojekten und theaterpädagogischen Seminaren beim SOG Theater verantwortlich. Inhaltliche Schwerpunkte: Erinnerungs- und Biografiearbeit, Museumstheater, Körpertheater, Gewaltprävention Zivilcourage und Diversität.

Vom Erinnern und Vergessen – So ein Theater mit der Demenz

Seit 2012 bietet das SOG Theater mit dem Programm „Wenn das Ich in der Handtasche steckt“ und „Fliegenfischen oder Herr Bert und der Fetzenfisch“ interaktive Theaterformate zum Thema Demenz an. Neben dem klassischen Theatererlebnis hat das Publikum die Möglichkeit eigene Erfahrungen mit Demenzerkrankungen oder Erinnerungen an früher zu erzählen und mit Playbacktheater auf der Bühne gespiegelt zu bekommen. Playbacktheater nach Jonathan Fox ist eine improvisierte Form von Theater, im Mittelpunkt stehen Geschichten aus dem Publikum. Menschen sind im Kern „narrative Wesen“: Aus Geschichten und Erzählungen weben wir uns unser Selbst, unsere Identität. Dies wird besonders bedeutsam, wenn das Gedächtnis schwindet und Erinnerungen davongleiten, Geschichten zerfließen oder nur noch in Fragmenten auftauchen. Erinnerungstheater verbindet in besonderer Weise die Erzählungen älterer Menschen mit der Gegenwart. Man trifft sich in Gemeinschaftsräumen, um persönlich erlebte Geschichten zu erzählen, zu hören und zu sehen. Kaum ist eine Erinnerung hervorgelockt – oft auch nur eine kleine Passage einer Geschichte – kann sich die Erzählerin oder der Erzähler bereits zurücklehnen und sofort erleben, was die SchauspielerInnen daraus improvisatorisch hervorzaubern. Die Darstellung auf der Bühne wird zu einer gemeinsamen Reise in die Vergangenheit und zu einer unterhaltsamen Form der Erinnerungsarbeit.

Inspiriert von dieser speziellen Form der Biografierarbeit lade ich Sie zum Abschluss des carecamp demenz ein, ihre persönlichen Eindrücke und Erkenntnisse aus den Sessions, Impulsreferaten, den Gesprächen und Begegnungen zwischendurch, in kleine theatrale Bilder zu verwandeln und sichtbar zu machen.

Mehr zum SOG Theater HIER.

Session von Susanne Kadletz

Vorm Wochenende noch eine spannende Sessionvorstellung!

Die Sessionleiterin ist Mag. Susanne Kadletz

Sie ist Theaterpädagogin, Clownin und Trainerin, arbeitet beim SOG Theater Wiener Neustadtt und entwickelt dort theaterpädagogische Programme und Inszenierungen. Das SOG Theater bietet Forumtheater zur Gewaltprävention in Betreuungseinrichtungen sowie interaktive Theaterformate an, die Fachinformation zu Validation und Demenz mit der Möglichkeit verbinden eigene Erfahrungen mit Demenzerkrankungen zu erzählen und mit Playbacktheater auf der Bühne gespiegelt zu bekommen.

Sessiontitel:
Haut an Haut – aktive Berührungspflege als Ansatz der Gewaltprävention

Nicht berührt zu werden führt zum Gefühl der Einsamkeit und Einsamkeit macht krank. Gerade alte Menschen, die ihre engsten Lebensmenschen schon verloren haben leiden am Mangel an Berührung. Körperkontakt zu schenken und zu empfangen ist aber kein uneingeschränkt unproblematischer Vorgang. Im Gegenteil, was Quelle von Vertrauen, Geborgenheit und Nähe sein kann ist gleichzeitig oft ein Ort von Ekel, Grenzverletzungen und Gewalt. Als angenehm erlebte Berührung führt zur Aktivierung des Parasympathikus und damit zur Entspannung und zu Reduktion von Stress. Berührung stellt Kontakt her, auch wenn zwei Menschen keine verbale Sprache mehr verbindet. Mit Methoden aus der Schauspielpädagogik, Körperarbeit und Clownerie möchte ich mich mit Ihnen gemeinsam dem Thema Berührungen auf kreative und sinnliche Art und Weise annähern und diskutieren inwiefern aktive Berührungspflege ein Ansatz der Gewaltprävention in der Arbeit mit Menschen mit Demenzerkrankungen sein könnte.